Hier finden Sie nach und nach die kompletten Details der gutachterlichen Ausführungen des Prof. Dr. Albrecht Roßbach.
Am dem Beispiel "Zahnersatz" wird bereits erkennbar, wie weit die konstruierten Angaben des Gutachters sich von den offiziellen Vorgaben und Dokumenten entfernen.

Details zum Gutachten

Zahnärztliche Prothetik Zahnersatz

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Auch hier wird deutlich erkennbar, wie der Sachverständige die entscheidenden Begriffe (bewusst?) vermischt. Unter 1 spricht er noch vom Beispielstudienplan während dann unter 2 der eigene selbst gestrickte Beispielstundenplan genannt wird. Unter 3 folgt dann eine bemerkenswerte Stundenzahl für die zahnärztliche Prothetik mit 1.599 Unterrichtsstunden, die der Sachverständige seinem Beispielstundenplan 2 entnommen haben will.

Quelle: Gutachten Prof. Dr. Roßbach vom 18.3.2011 Seite 3

Zahnersatzkunde und Prothetik nehmen einen wichtigen Punkt in den mir vorliegenden verschiedenen Gutachten und bei Approbationsverfahren der Bezirksregierung Köln vor dem Verwaltungsgericht ein.

Die Zahnersatzkunde findet vor dem OVG und dem VG
bisher stets in dem offiziellen Beispielstudienplan 2 ihren gerichtsmanifistierten Niederschlag und wird herangezogen um "wesentliche Unterschiede" zu dokumentieren.
Nach dem neuen Berufsqualifikationsgesetz kommt es bei einem Vergleich nur noch darauf an, ob wesentliche Unterschiede in Bezug auf Studieninhalte und Studiendauer vorliegen.

Hier ist jedoch in Zukunft eine noch differenzierte Betrachtung angebracht, da am 20.7.2012 ein RdErl. d. Ministeriums für Gesundheit NRW Ausgabe 212 Nr. 22 den Begriff "wesentlich" erstmals definiert.

Wesentliche Unterschiede liegen vor, wenn
- die im Ausland abgeschlossene Ausbildung mindest ein Jahr kürzer ist
- in der Ausbildung Fächer, deren Kenntnis eine wesentliche Voraussetzung für die Berufsausübung ist, fehlen oder sich ihre Inhalte oder ihr zeitlicher Umfang gegenüber der deutschen Ausbildung deutlich unterscheiden:
Wesentlich für die Berufsausübung ist ein Fach
insbesondere dann, wenn das Fehlen von Kenntnissen oder Fertigkeiten in diesem Fach ernsthafte Gefahren für die Gesundheit von Patientinnen und Patienten befürchten lässt.


Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die vorklinischen Phantomkurse 10 und 11 nicht wesentlich für eine normale Zahnarzttätigkeit sind, da ein Zahnarzt zahntechnische Arbeiten nicht selbst herstellen muß. Dieses ist Aufgabe des zahntechnischen Labors. Damit handelt es sich bei dem vorklinischen Bereich nach meiner Auffassung nicht um ein wesentliches Fach, da etwaige Ausbildungsdefizite keine Gefahren für Patienten befürchten lassen.

Ein wesentlicher Unterscheid liegt vor, wenn die Dauer der Stoffvermittlung deutlich geringer ist (...) wobei Prozentsätze lediglich Hilfsmittel zur Orientierung sind. (...) eine zeitliche Differenz von 20 % und mehr kann ein Anhaltspunkt für einen deutlichen Unterschied in der Stoffvermittlung sein.

Dieses bedeutet im Umkehrschluss, dass eine zeitliche Differenz
von bis zu 20 % kein wesentlicher Unterschied ist.

lfd. Nummer
Fach
Stunden
10
Phantomkurs der Zahnersatzkunde I (vorklinisch)
238
11
Phantomkurs der Zahnersatzkunde II (vorklinisch)
280
31
Zahnersatzkunde 1/2
56
32
Poliklinik Zahnersatzkunde 1/2
42
33
Kursus der Zahnersatzkunde 1
224
34
Kursus der Zahnersatzkunde 2
224
Stundenanzahl der Lehrveranstaltungen nach Beispielstudienplan ZVS
1.064
nach Beispielstundenplan 2 Rossbach (wo sollen die Stunden herkommen?)
1.599
Zahnersatzkunde nach Beispielstundenplan 2 Rossbach mit Prüfungszeiten !
1.735
Im Verfahren mit einem Rossbachgutachten Verwaltungsgericht Köln 7 K 5031/11 (www.justiz.nrw.de) heisst es

"Auch das Ausbildungsdefizit im Fach Zahnärztliche Prothetik hat der Sachverständige unter Bezugnahme auf den Beispielstundenplan 2 nachvollziehbar dargelegt. Im Rahmen des Zahnmedizinstudiums sind nach den gutachterlichen Ausführungen Lehrveranstaltungen im Umfang von 1.599 Stunden sowie Prüfungszeiten für die Zahnärztliche Vorprüfung mit 56 Stunden und die Zahnärztliche Prüfung (Abschlussprüfung) von 89 Stunden, mithin insgesamt 1.735 Stunden zu absolvieren."

Dumm nur, dass diese
gutachterlichen Ausführungen schlicht falsch sind und sich selbst aus dem selbst erstellten Beispielstundenplan nicht ergeben. Hier kann man der eingefahrenen Kammer des Verwaltungsgerichtes Köln nicht einmal einen Vorwurf machen, da Prof. Rossbach die 1.599 Stunden in zahlreichen Gutachten verwendet hat.

Das Verwaltungsgericht Köln vertraut hier zunächst dem Gutachter Rossbach, der in allen seinen mir vorliegenden Gutachten für die Zahnersatzkunde mit 1.599 Stunden zzgl Prüfungen und somit insgesamt 1.735 Stunden angibt. Wenn man nunmehr berücksichtigt, dass der offizielle Beispielstudienplan der ZVS überhaupt keine Prüfungsstunden enthält, ergibt sich eine Fehlerdifferenz von 671 Stunden, die anscheinend jahrelang nie hinterfragt wurden, denn ein Gutachter handelt nach Treu und Glauben.

Inzwischen hat das Verwaltungsgericht Köln in dem o.a. Verfahren einen gerichtlich bestellten Gutachter eingeschaltet und dabei einen Gutachter gewählt, der von sich schreibt:

"Anzumerken gilt, dass der Gutachter aufgrund seines eigenen Studiums der Stomatologie in der ehemaligen UdSSR einschlägige Kenntnis vom Studiengang der seinerzeitigen Sowjetunion hat und diese aufgrund einer über 40-jährigen Tätigkeit, zuletzt als Direktor einer deutschen Universitätsklinik, sehr gut mit dem entsprechendem Studium der Zahnheilkunde im Deutschland vergleichen kann."

Ein Glücksgriff für das Verwaltungsgericht Köln und die Rechtsprechung, dass nunmehr ein Fachmann gefunden wurde, der "Licht in das Dunkel" bringen kann, da die bisher bekannten Gutachter anscheinend über keine Hintergrundinformationen verfügten und die russischen Begriffe oft nicht oder nur unzureichend zuordnen konnten.

Der Gutachter testierte für Zahnersatzkunde in der deutschen Ausbildung die offiziellen nach Beispielstudienplan 2 der ZVS vorgegebenen 1.064 Stunden in zwei Positionen
518 Stunden Phantomkurs Zahnersatzkunde I/II
546 Stunden Zahnersatzkunde gesamt
-----------------
Der Klägerin testiert der Gerichtsgutachter weiterhin in dem laufenden Verfahren
172 Stunden Fachvorbereitung
522 Stunden Zahnersatzkunde "gesamt"
somit 694 Stunden gesamt.
Allerdings kommen jetzt noch 200 Stunden Assistenzarztzeit (hat das VG bereits mit Beschluss festgelegt) hinzu und somit
894 Gesamtstunden.
Damit sind die 20 % unterschritten und es besteht in diesem Verfahren keine wesentliche Abweichung
!

Jetzt verstand die Beklagte (Bezirksregierung Köln) die Welt nicht mehr, da der Gutachter eine Gleichwertigkeit feststellte. Schnell wurden 2 andere Gutachten als Begründung vorgelegt, dass der gerichtlich bestellte Gutachter zu einem "erstaunlichen Ergebnis gekommen sei".

Wenn dem so wäre, "würde diese dann für viele Antragsteller gelten, die ebenfalls in der ehemaligen Sowjetunion studiert haben". Bezirkregierung Köln 7K 5031711

Die dann vorgelegten 2 Gutachten sind allerdings für einen Vergleich der Ausbildungsgänge nicht unbedingt anwendbar und in Details nicht nachvollziehbar.

Gutachten 1 macht überhaupt keine quantitavien Angaben und wendet auch nicht den Beispielstudienplan 2 an. Der Gutachter verwendet aber mal eben 16 SWS statt 14 SWS und landet bei völlig falschen Gesamtwerten.

Gutachten 2 stammt von einem renommierten 82jährigen 1996 in den Ruhestand getretenen Professor, der bis zu seinem heutigem Tage "seinen beruflichen Steckenpferdchen
zahnärztliche Identifzierung, Bissspurenanalyse und forensische Altersdiagnostik nachgeht." Eine besondere Befähigung oder detaillierte Kenntnisse der osteuropäischen Studiengänge ist nicht erkennbar. Dieser Gutachter kommt in Betrachtung der zahnärztlichen Prothetik in seinem Gutachten 2 auf ca. 855 Stunden lässt aber die zum Studium gehörenden Praktika von 8 Wochen aus den Stunden heraus. Wenn man diese dazu rechnet, werden die in Deutschland vorgegebenen 1.064 Stunden in jedem Fall erreicht.
Ein bemerkenswertes Detail des RdErl. d. Ministeriums für Gesundheit NRW Ausgabe 212 Nr. 22 (20.7.2012) ist, dass für die "Bewertung der Fächer in NRW entscheidend ist, ob die Ausbildungsgegenstände einer beispielhaft ausgewählten Universität in NRW entsprechen. Hierbei sind die Studieninhalte (der Ausbildungsstoff und der zeitliche Umfang der einzelnen Fächer) sowie die Anteile von praktischer und theoretischer Ausbildung zu vergleichen."

Hier wird erstmals festgesetzt, was als Vergleichsgrundlage anzuwenden ist. In der Vergangenheit haben die Verwaltungsgerichte sich immer auf den Beispielstudienplan 2 oder auch fälschlicherweise auf den Beispielstundenplan 2 Rossbach berufen.
Nach der neuen Vorgabe sind die Gesamtstunden nach den Studienordnungen recht unterschiedlich, wobei die Universität Bonn den offiziellen Beispielstundenplan anscheinend übernommen hat.
Vergleich der Gesamtstudienzeiten (ohne Prüfungen) Stand Dezember 2012
Stunden
Rossbach Beispielstundenplan 2
5.161
offizieller Beispielstudienplan der ZVS
4.550
Universität Köln
4.872
Universität Düsseldorf
4.690
Universität Bonn
4.550